Montag, 3. Januar 2005
Radau
Sonntag, 2. Januar 2005
Sturmhöhe
Silvester hat es mich dann aber doch nach draußen gezogen. Ganz so exzessiv wie die letzten Jahre lief dieser Jahreswechsel allerdings nicht ab. Einige Déjà-vu-Erlebnisse von neutraler bis angenehmer Natur wirkten etwas verwirrend, ebenso wie einige Bemerkungen, über die ich noch nachdenken werde. Es war aber auf jeden Fall wieder ein sehr schöner Start ins neue Jahr.
Freitag, 31. Dezember 2004
Hier gibt es nichts zu sehen,
Das werde ich auch tun. Zu Silvester passiert hier nämlich nichts. Und jeder wird doch hoffentlich heute etwas besseres zu tun haben, als sich z. B. dieses Blog anzusehen.
2004 konnte ich mich wirklich nicht über mangelnde Abwechslung beschweren, genauer gesagt, waren es mitunter recht heftige Turbulenzen. Und die waren oft nicht angenehm. Zudem selbstverschuldet - anders kann man es nicht bezeichnen, wenn man Irrwege wider besseren Wissens beschreitet. Aber nun wird, was bei mir viel zu wenig passiert, nach vorn geschaut:
2 0 0 5
Es kann nur besser werden...
Also allen ein gutes/besseres neues Jahr!
Mittwoch, 29. Dezember 2004
Woran man erkennt, dass man verliebt ist und wie man sich dann verhält

"Warum stehen dem die Haare zu Berge?"
"Der ist verliebt."
"Was macht man denn, wenn man verliebt ist?"
"Dann heiratet man."
Dienstag, 28. Dezember 2004
Überstanden
Hinzu kam dann noch ein Virusinfekt mit starkem Schüttelfrost. Vor kurzem las ich den Aufdruck auf einem Mantel: "This coat is warmer than my family".
Krönender Abschluss war die gestrige Begegnung mit der leider immer noch nicht verarbeiteten und schmerzhaften Vergangenheit. Nur ein kurzer Blickkontakt. Aber so etwas kann ja jemanden, der einen Stahlpanzer um sein Herz trägt, nicht berühren; die unsauberen Schweißnähte wurden ganz schnell wieder geflickt.
Aber es gab ja zum Glück auch einen Lichtstrahl in diesen dunklen Tagen - das kleine Monster sorgte dafür.
Freitag, 24. Dezember 2004
Dienstag, 21. Dezember 2004
Young Adam
Großbritannien/Frankreich 2003
Regie: David Mackenzie
Darsteller: Ewan McGregor, Tilda Swinton, Peter Mullan

Was braucht man mehr im Leben, als einen Kahn, der den Wasserläufen (so der deutsche Titel der Romanvorlage von Alexander Trocchi) folgt. Rauchen und auf das Wasser starren. Unbeeindruckt von dem, was die Wellen aus dem vorherigen Leben herantragen. Und wenn der Vergangenheit ein Bein von der Leichenbarre fällt, lächelt man der Zukunft zu. Eine Zukunft, die keine ist, weil alles egal ist. Ladung wird auf- und abgeladen, den Dreck, der danach an einem bleibt, wäscht man einfach ab. Zwischendurch bleibt immer noch genug Zeit für ein gutes Buch und noch viel mehr Zeit, zu f*cken, wie es sich gerade so ergibt.
"Bereust du es?"
"Was würde das nützen?"
Es gibt nichts zu bereuen, wenn alle schuldig sind. Übrig bleibt ein Leben voller Tristesse und Sinnlosigkeit.
Montag, 20. Dezember 2004
Niemand ist allein
Es ist doch immer wieder schön, wenn einem jemand hilfreich zur Seite steht.
Sonntag, 19. Dezember 2004
Lob der Faulheit
Es gibt genug Sachen, die man nun endlich mal machen könnte. Ich wählte die dringendst notwendige: Nichtstun.
Freitag, 17. Dezember 2004
TV-Tipp: Der Bataille hat immer Recht - Gott im Fernsehen
Heute um 23:40 auf ARTE
(Wiederholung: 19.12.2004 um 01:35)
Man muss Georges Bataille (Philosoph, Schriftsteller, Kunsttheoretiker, Anthropologe - Metaphysiker des Bösen ... doch die Vielfalt seines Werkes sprengt alle üblichen Schubladen) nicht in allem Recht geben. Und auch Götter sind fehlbar.
Und dennoch...
Nie zuvor und nie danach hat es jemand geschafft, meine Gedanken so explodieren zu lassen. Denn bei diesem Ekstatiker zwischen Eros und Tod fängt alles im Kopf an. Mit Worten, die allerdings von diesem Ballast, nicht umsonst gibt es Begriffe wie kopflastig, befreien. Und nicht ohne Grund hieß die von ihm mitgegründete Geheimgesellschaft Acéphale.
Selbsterfahrung wird erst möglich durch Bewusstseinserweiterung (geht übrigens auch vollkommen ohne Drogen), durch Grenzüberschreitungen. Frei ist niemand und ohne Grenzen zu leben, unmöglich. Aber erst, wenn man Grenzen überschreitet, erfährt man die volle Intensität. Eine Intensität, in der man sich selbst auflöst und zugleich erst dadurch erkennen kann. George Bataille hat wie kein anderer diese innere Erfahrung in Worte fassen können. Die zwar auch nur Umschreibungen sein können, denn das Unbenennbare lässt sich nicht mit Worten wiedergeben. Die Worte, die Georges Bataille dazu findet, sind dennoch reine Poesie und wahrlich göttlich.
Ich bin sehr gespannt, wie sich dieses Feuer in eine Dokumentation zwängen lassen kann.
Donnerstag, 16. Dezember 2004
Das Ende einer Beziehung
Und nun, heute Morgen, war da nur noch Kälte. Mit Worten konnte ich ihn noch nie erreichen. Ich bemühte mich, ihn doch noch zu einer Reaktion zu veranlassen. Nichts. Und gerade morgens schätzte ich bisher seine Zuverlässigkeit. Das ist schon sehr enttäuschend. Aber ich glaube nicht daran, dass er sich noch mal auf mich einlässt. Das war es nun also. Unsere Wege werden sich trennen. Ich werde mich nach einem neuen Wasserkocher umsehen müssen.
Mittwoch, 15. Dezember 2004
Traue keiner Statistik, die ...
Zwei Kiddies vorm Fleischkühlregal. Irritiert auf ihren Einkaufszettel starrend.
"P-u-t-e-n-f-l-e-i-s-c-h."
"Hm, hier ist Hähnchenfleisch."
"Nehmen wir das. Das ist doch dasselbe."
"Quatsch. Das ist doch nicht dasselbe. Hähnchenfleisch ist doch Schweinefleisch."
Kalte, klare Luft - ist nicht ganz rein
Sehr kalt. Aber nicht kalt genug, um Unerwünschtes erfrieren zu lassen.
Die Sehnsucht nach Schnee. Tanzende Flocken, die langsam und behutsam alles mit einem reinen Weiß zudecken.
(Heute Morgen)
