Es ist echt zu bitter
Wie viele ungewöhnliche Anzeigen es gibt und dass es nicht immer einfach ist, die passenden Worte zu finden, belegt auch diese Sammlung .
Gestern brachte ich das kleine Monster zur Kinderlandverschickung auf's platte Land. Dort, wo jeder jeden jederzeit mit "Moin" begrüßt. Auf dem letzten Stück der Hinfahrt, als sich links und rechts der Straße Felder mit Weiden und Weiden mit Feldern abwechselten, maulte das kleine Monster: "Hamburg ist viel spannender!" Dann fiel ihm wieder ein, was es die ganze Zeit machen würde: Trecker fahren. Und schon konnte es gar nicht mehr abwarten, endlich anzukommen. Aber auch am Ziel musste es sich erst einmal gedulden, denn Tee trinken war Pflichtprogramm. Dann ging es endlich los. Seine Befürchtungen, dass das andere kleine Monster, sein Cousin, der ebenfalls dort zu Besuch ist, ihm sein Vergnügen streitig machen würde, waren zunächst unbegründet, da Frau Araxe die ganze Zeit mit dem Cousin Fußball spielen musste.
Heute nun habe ich den Rückweg angetreten, nicht ahnend, dass ich dafür den halben Tag brauchen würde. Es ist schon schwierig genug am Wochenende überhaupt von einem Kleinstadtbahnhof aus zu verreisen. Eine noch größere Herausforderung ist es, wenn ein Zug ausfällt. So quasi der einzige, der am Tag fährt. Und natürlich ist am Wochenende auch kein Schalter mehr besetzt. Aber man kann sich dennoch auf den Service der Bahn verlassen. Ja, es wurden Busse als Schienenersatzverkehr bereit gestellt. 2 (in Worten zwei) Stück. Nach 1,5 Stunden.
Irgendwann saß ich dann also doch wieder in einem Zug, der allerdings auch wieder recht schnell für längere Zeit wegen Bauarbeiten anhielt. Es gibt sicher Interessanteres und Sinnvolleres, aber so kann man auch einen Tag verbringen.
Dieses nette Schildchen kann ich natürlich sehr gut gebrauchen - zu was auch immer - und habe es gekauft. Und da ich noch mehr Leute kenne, denen es ebenfalls so geht, war es nicht nur eines. Das führte sogar zu einem Mengenrabatt. Angeboten wurde mir auch eines mit der Aufschrift: "Wegen Verwahrlosung eingeebnet", das ich aber dankend ablehnte: "Ich habe ja leider keinen Garten."
Das ist Leben. Das ist Schweiß. Das ist Musik. Pure Energie, die sich auf der Bühne noch viel besser austoben kann als wenn sie nur aus den heimischen Lautsprechern schallt. The Arcade Fire waren gestern Abend live zu erleben. Leben sollte man bei dieser Band groß schreiben, auch wenn ihr Debüt Funeral heißt oder auch gerade deswegen. Ein trotz alledem leben. Alles wird herausgelassen. Man könnte von Besessenheit reden wie diese Musik gespielt wird. Vor dieser Kraft ist nichts sicher, die Drumsticks treffen alles, was in Reichweite ist und noch mehr. Und auch wenn die Beleuchtung ausfällt, ist das überhaupt kein Hinderungsgrund. Ein Konzert wie man es sich wünscht.
Mein besonderer Dank geht hier an die Sünderin , die im Gruselkabinett das kleine Monster, den Schreibtisch, 117+ und den Kater gehütet hat (ich bin noch am zählen, wie viel Bisswunden er am Ohr hat). Und an dieser Stelle möchte ich ebenfalls noch einmal zum heutigen Geburtstag gratulieren.
Damit der Herr Twoblog nicht gleich wieder morgen in aller Frühe vor dem Gruselkabinett steht und höchstwahrscheinlich von einer darüber nicht erfreuten Frau Araxe angeraunzt wird, weil diese nämlich sehr morgenmuffelig sein kann, gibt es jetzt doch schon ein Bild vom Tatort.
Edit:
Das war eben genau die richtige Suche. Ja, Sie haben die zutreffenden Suchworte für diesen Beitrag eingegeben:
"Frau in Folterkammer".